Gestatten Ranft, B.A. Ranft

Hallo Menschen,

ich hab ja noch nie was angefangen das ich dann nicht auch mit eiserner Disziplin durchzog. Deswegen ist es für euch sicher nicht überraschend, dass ich meinen Bachelor in Liberal Arts and Sciences tatsächlich und ohne Umwege so richtig in Regelstudienzeit durchgestanden völlig in 24-Stündiger immerwährender Zufriedenheit abgeschlossen habe. In anderen Worten: FICK JA! HERGOTTSACKRAFICK JA! Ich weiß nicht wie wichtig B.A. haben in der Zukunft sein wird, oder ob man besser einen Abschluss in vor-Axtangriffen-Verteidigen gemacht hätte. Ich glaube aber es ist wichtig. Für uns alle. Bestimmt.

Hier sind ein paar folgende Zukunftsszenarien was ich so machen könnte.

  • Ich mache einen Master in Filmproduktion in London oder sonstwo, werde zu megageili Filmprojekten eingeladen und habe die Gaudi meines Lebens (bittebittebitte)
  • Ich werde Frontex Grenzsoldat (neieieien)
  • Nach meiner Geschlechtsumwandlung werde ich die neue Alice Schwarzranfter und behaupte gebetsmühlig das nur Männer Steuern hinterziehen können (okaygeht)

Was mit meinem B.A. leider einhergeht ist auch ein Freiburg verlassen. Darauf stelle ich mich grade ein, während ich arbeite und hoffe dass das alles nicht so wehtut wie damals als die letzte Gilmore Girls Staffel auslief. Ich hoffe das ich das schaffe den Menschen auch angemessen Tschüss zu sagen, darin bin ich normalerweise immer richtig schlecht. Aber so wie ich mich kenne, werde ich auch das mit eiserner Disziplin durchziehn!

Schachelorbarbeit

Liebe Mitmenschen denen ich in den letzten zwei Monaten durch die Lappen ging: Es tut mir aufrichtig Leid. Ich war beschäftigt sehr viel Geld in den Zuckerautomaten im Erdgeschoss unserer Bib zu stecken. Was wirklich geschah: Ranfti schrieb Bachelorarbeit. Das Thema war eine mir sehr wichtige fröhlichere, positivere Auseinandersetzung mit der Waffen-SS. Äh, Moment.

Tatsächlich hab ich mich mit der Waffen-SS auseinandergesetzt. Eigentlich mehr oder weniger weil ich in der Zeit des Paris-Terrors ein Hitlerzitat las, das sagte, Deutschland würden dem Islam viel näher stehen als zum Beispiel Frankreich. Komisches Zitat dachte ich, komische ironie dachte ich. Dann kraulte ich lange durch meinen Bart. Stunden später dann legte sich mein innerer Guido Knopp Schalter um. Das Ergebnis war nach Monaten des weiteren Gegrübels eine Analyse über die Popularisierung der ersten muslimischen Waffen-SS Division “Handschar” durch die Wochenschau im Jahr 1943.

Bevor ich allerdings jetzt zu tief in die Materie gehe – das ist mal Teil eines anderen Blogposts – möchte ich nur sagen: ich bin da, alles ist wieder gut :)!

Petitionsprosa

Online-Welt. Man kennt ja schon Berge und Abgründe beim täglichen durchstreifen, aber diese Geschichte finde ich eifrig am Bodensatzschaufeln.

In 2011, my life changed forever. I came home from work and found a business card from the local sheriff on my door and a request for me to get in touch with them immediately. I then learned that a man named Brian Hile had traveled from Michigan to my home in California intending to murder me and my boyfriend. Brian had thought he was in an online relationship with me, but it was actually just a man who had stolen my photos and used them to create a fake profile online. When Brian found out about it, he wanted to take his rage out on me.

Die Forderung der Petition ist meiner Meinung nach einfach: Facebook soll seine Guidelines endlich enforcen. Gut, das hab ich jetzt in ewigen Wiederholungen öfter gehört, besonders in Deutschland. Aber haben diese Versprechen bei euch Wirkung gehabt? Ich seh jedenfalls so viel Veränderung, wie beim Kinderriegel-Rezept.  Da wird viel am Bild gedreht, aber die Extra Portion Milch ist noch immer auf den AFD Fanseiten.

Im Falle dieser Petition kann man, wie ich glaube, sehen wohin die lapidare Haltung zu eigenen Guidelines in letzter Konsequenz führen kann: Leibhaftige Gefahr.

Ich war jetzt nie Fan von besonders regulativer Haltung gegenüber Meinung im Internet, aber ich finde dass man Servicebetreiber für die Bearbeitung ganz besonders von Hatespeech viel Haftbarer machen muss. Ich weiß, da kommt gleich die große Verfassungskanone aus der Argumentekiste, aber auch unsere Verfassung ist kein Allerheiligtum und in ihrem Wesen doch bestimmt streng gegen Hass und für die Wahrung der Menschenwürde ausgelegt.

Vermeiden kann man die großen Geschütze aber denke ich durch Eigencourage der jeweiligen Betreiber. Facebook muss durch einen Lernprozess. Es reicht nicht nur ein digitales Empire zu errichten und seine Logistik bezahlbar zu machen. Man muss es auch konsolidieren können. Wenn sich alle im Reich nur aufs Maul geben wollen, ist das nicht konsolidieren.

Mit einer Erfolgreichen und netten Petition allein wird das nicht getan sein. Es ist aber ein weiterer Fingerzeig auf die Verantwortlichen im Däumchen-hoch-Land. Hier könnt ihr unterzeichnen: Die Petition

TOMATAN!

Elon Tusk hat meinetwegen ein großartiges Elektroauto gebaut und letzte Woche das perfekte Massenmodel revealed. Apple macht meinetwegen ganz gute Telefone. Aber niemand, niemand hat das geschaffen, was uns hier aus Asien entgegenflattert! Eins, Zwo, Tomatan!

https://m.youtube.com/watch?v=cOJaDDO38kk

Wir ist Angst

Im Haus meiner Oma ist die Welt eigentlich noch heil. Ein Schlagersender dudelt in der Küche. Internet gibt es hier nicht. Trotzdem dauert es nur wenige Minuten, bis wir in diesem geschützten Raum vom „Guten Appetit“ bei Selbstmordattentätern gelandet sind.

Ein richtig guter Text von Lieblingshannah drüben bei der Taz über uns und die Angst.

Netflix Empire

The moment Daredevil premiered, Netflix greeted its users with eight header image variations of Matt Murdoch and friends, shown to customers in eight identically sized chunks. Netflix immediately began tracking which top shots inspired the most streaming.

By now, those eight images will have given way to the best-performing two or three. After 35 days, one of those will become the default. The rest will vanish. This happens now for every Netflix original show. It’s survival of the clickest, all around the world.

Netflix fährt klaren Kurs Richtung Weltherrschaft der bezahlten Streamingdienste. Man könnte fürchten, dass die absolute Unterwerfung unter die Quote eigentlich nur noch eine Frage der Zeit ist. Nur eine Frage der Zeit? Wie ich finde scheint es momentan auch noch eine Frage der Ehre zu sein. Beasts Of No Nation oder Narcos sind eine der vielen Beispiele für den Contentmut, den Netflix trotz oder wegen Marktanlyse noch hinbekommt. Trotzdem, der Wired-Artikel lohnt sich, auch für die Einsichten in die Methoden von Netflix.

Urlaubszeit

Schon drüber geschrieben: der Klimawandel ist vor dem Fenster.  Ostern ist eh das neue Wintern. Frohes Wochenende wünsch ich euch!

Der Stand der deutschen Youtube-Szene 2016

Ich beschäftige mich grade viel mit YouTube (YT), auch weil ich mit dem Gedanken spiele nach dem B.A. wieder stark richtung Video zu gehen. Und wenn man so rumspielt mit seinen… Gedanken… ist der Klickfinger bereit einmal die offensichtlichste Adresse unserer Zeit anzusteuern: YouTube. Man will ja avantgardistisch sich mal mit diesem Neuland auseinandersetzen.

Und dann so “Titten”. Das ist das jedenfalls das erste was einem in überwältigender Latenz in die Augen kotzt. So wie es bei Alnatura jede erdenkliche Kombination von “Natürlich & Ökologisch” gibt, zeigen die deutschen ‘Creators’, die einem YT so empfielt, in jeder Variation Titten mit Schweinebauch-Text. “Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären unpolitisch” wimmert es dabei leise aus der Ecke, während man die Trendingpage durchschaut. Das Zitat aus der Hochzeit der Piratenpartei fühlt sich jedenfalls in meinem Hirn so archaisch an, wie “Zwei Plus Vier Vertrag”.

Ich bin nu zwar webaffin. Immer gewesen. Aber was die Gründe für diese krasse missbilligung von gutem Content ist, könnte ich euch niemals so glaubhaft erklären, wie ihr in diesem Video finden werdet: http://youtu.be/FP5jr_iy5uU

Ich würde sagen ihr schaut euch das jetzt erstmal an und ich spiele mit meinen Gedanken? Deal.

Wissenschaft Freude

Man hat ja in der Uni nich so viel zu lachen. Jedenfalls ich nicht. Grade zumindest, während dem B.A. schreiben. Was mir da heute in einem Buch auf der ersten Seite entgegenflog zeigt, dass das andern Menschen wohl anders geht:  
 

In the Loop

Am Montag gab es mal wieder Grund die Kindersektflasche aufzuschrauben: das Apple Townhall Event. Hier kurze zwei, drei Gedanken.

1) Apple bewegt sich immer tiefer in eine Marktanteilsschlacht. In den Kindergarten-Jahren von Apple gab es zwar auch schon ein “5 Down, 95 to go” Credo, da ging es aber wohl eher um den Stolz eigentlich der Erfinder des PCs zu sein, dem 100% Marktanteil zustünden. Dieses Hinrücken zu mehr Marktanteil bedeutet aber auch ein Wegrücken vom Produkte bauen dort wo sie wirklich nötig sind. Das iPhone SE ist kein wirklich nötiges Produkt, außer man will noch mehr Marktanteil in Ländern in denen sich Menschen keine Luxusphones zulegen können.

2) Die absurdeste Situation der Präsentation war Phil Schiller, der den Fakt, dass es hunderte Millionen PC Nutzer gibt, die einen fünf Jahre und älteren PC benutzen, mit “this is really sad” kommentierte (das Publikum lachte heiter. Die Buttler stimmten ein. Sekt wurde vergossen.). Diese Aussage, gekoppelt mit dem süffisanten Wohlstandslachen, ist grade im Kontrast zu den ersten fünfzehn Minuten, in denen lange und stolz über den Environmental Effort von Apple referiert wurde, einfach peinlich. Oder, in anderen Worten, really sad.

3) Es gab diesen Moment des kurzen Innehaltens von Tim Cook, am Ende der Präsentation. Genau dann, als er eigentlich zusammenfassen wollte was gerade gezeigt wurde. Ich hab ja schon mal gesagt, dass ich kein Fan von in kleine Dinge zu viel hineinlesen bin, aber Cook macht das öfter und zwar fast ausschließlich in ungünstigen Momenten. Ansonsten: gute Rede zum Datenschutzund Cookie!